Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage. Klar ist bei der Initiative für eine Einheitskasse nur, dass die Grundversicherung verstaatlicht wird und die Prämienhöhe nach dem Einkommen und Vermögen der Versicherten festgesetzt werden soll. Damit hat es sich dann aber. Wie die Initiative umgesetzt wird, wer schlussendlich wie viel bezahlt, was mit unseren finanziellen Reserven der heutigen Krankenversicherungen passiert, welches die Folgen sind, wenn jede Konkurrenz unter und Kostendruck ausgehend von den Kassen wegfällt, wie viele Tausende von den heute 10’000 Arbeitsplätzen im Versicherungsbereich wegrationalisiert werden usw. – all dies bleibt im Unklaren.
Gesagt wird von den Initianten jeweils, es gehe jetzt nur um den Systemwechsel. Aufgabe des Parlamentes sei es dann, die Idee der Einheitskasse umzusetzen. Das genügt und überzeugt nicht.  Wir haben in der Schweiz eine hohe Qualität im Gesundheitsbereich und der schnelle Zugang zu medizinischen Leistungen ist für alle im ganzen Land gewährleistet. Wenn es um die Gesundheit geht, will jedefrau und jedermann die besten Ärzte, einen vollständigen Leistungskatalog mit Zugang zur Spitzenmedizin für alle und freier Arztwahl. Kosten und Distanzen spielen keine entscheidende Rolle mehr. Rationierung und Wartezeiten will niemand.
Unser Gesundheitssystem hat aber einen Preis. Dieser betrug letztes Jahr 53 Milliarden Franken. Wegen der Fortschritte in Medizin, Technik und Medikamenten, der höheren Lebenserwartung, der Anspruchsmentalität, werden die Kosten in den nächsten Jahren weiter um 4- 5% pro Jahr anwachsen. Der Gesundheitsbereich ist in der Schweiz zur Wachstumsbranche schlechthin geworden. Jeder 10. Arbeitsplatz findet sich bereits in diesem Sektor. Heute betragen die Krankenkassenprämien 20 Milliarden Franken. Für die kleineren und mittleren Einkommen stehen 3,5 Milliarden Subventionen zur Verfügung, die zum Beispiel im Kanton Freiburg 130’000 Personen zugute kommen. Ab nächstem Jahr werden die Familien mit kleinen und mittleren Einkommen für die Kinder und Jugendlichen in der Ausbildung nur noch die Hälfte der Prämien zu bezahlen haben.
Das eigentliche Problem der Gesundheitskosten liegt nicht in den heute noch 87 Krankenkassen. Die Kosten sind  system- und gesellschaftsbedingt. Hier gilt es anzusetzen. Wir müssen es in diesem Land endlich schaffen, mehr Wettbewerb ins System zu bringen. Ein guter Anfang sind auf 2009 die flächendeckenden Fallpauschalen, das heisst die leistungsbezogene Abgeltung von Spitalleistungen statt der blossen Defizitdeckung, die vermehrt zu fördernden Aerztenetzwerke (Managed Care), die Konzentration der Spitzenmedizin auf wenige Zentren und zumindest hier der Wegfall der Kantonsgrenzen bei den Leistungserbringern.
Den Krankenkassen ist ein Riegel in der Jagd auf gute Risiken (junge, gesunde Versicherte) in der Grundversicherung zu schieben. Eine verstaatlichte Grundversicherung löst keine Probleme, bringt eine neue Steuer und schafft über die Zusatzversicherungen fast sicher eine Zweiklassenmedizin. Das kann es nicht sein. Meine Antwort ist deshalb ein überzeugtes Nein zu dieser Fahrt ins Ungewisse.





